Presse Juni / Juli 2010

 

 


100 Jahre Turmbau auf dem Moritzberg

 

 

Jubiläumsfeier mit Ausstellung im Moritzbergturm am Samstag, 17. Juli 2010, ab 15 Uhr und am Sonntag 18. Juli 2010

 

Zum 100-jährigen Jubiläum des Baubeginns findet am Samstag, den 17. Juli 2010, nach­mittags ab 15 Uhr und am 18. Juli 2010 eine Ausstellung über die Turmgeschichte im Vereinszimmer im Fuß des Turmes statt. Es wird die Baugeschichte in Bildern und Zeich­nungen gezeigt. Der Ein­tritt und die Turmbesteigung sind aus diesem Anlass frei. Gegen Hunger und Durst hält der benachbarte Berggasthof sein Angebot bereit. Am Samstagabend ist ein gemütliches Beisammensein geplant. Am Sonntag findet ab 10 Uhr ein Weißwurstfrühschoppen im Gasthof statt.

Turmbau              

                                Turmbaustelle 1910

 

Der Bau des Aussichtsturms auf dem Moritzberg wurde vor 100 Jahren, genau am 20. Juli 1910 begonnen. Mit der Grundsteinlegung an diesem Tag startete die Ausführung ei­nes Projekts, das bereits Mitte des 19. Jahrhunderts begonnen hatte. Damals wollten Nürnber­ger Bürger ein Monument von na­tionaler Bedeutung errichten.

Allerdings waren die ersten Gedanken so gigantisch, dass sie nicht annähernd finanzier­bar waren. Zuerst soll der bayerische Kö­nig die Errichtung der Walhalla auf dem Moritz­berg in Erwägung gezogen haben. Danach gab es Überlegun­gen eine  Germania-Statue auf einer 120 Meter hohen Ruhmeshalle aufzustellen. Mangels Geld wurde es aber nichts mit einem Großdenkmal.

Ende des 19. Jahr­hunderts kamen dann Bismarckdenkmäler in Mode, die nicht mehr so groß dimensioniert waren wie die frühe­ren Ansätze. Zur Errichtung eines solchen Denk­mals wurde schließlich im Jahr 1899 der Verschönerungsverein Moritzberg von Honoratio­ren aus Nürnberg und Umge­bung gegründet. In dem Verein war auch die Nürnberger Stadtspitze in Person des damali­gen Oberbür­germeisters Ritter von Schuh engagiert.

Man entschied sich schließ­lich, einen Aus­sichtsturm zu errichten. Es wurden Pläne für einen etwa 45 Meter hohen Turm gemacht. Die Finanzierung war jedoch bei weitem nicht gesi­chert. 10 Jahre lang wurden Gelder gesam­melt, bis man endlich 1910 mit dem Bau begin­nen konnte. Nach ei­nem Jahr überstiegen die Ausgaben schon das Vermögen, und der Bau mußte 1911 erst einmal eingestellt werden. Weiter als zum ersten Stockwerk war man nicht gekommen.

Nach neuen Geldsammlungen wurde weiter gebaut, bis 1913 ein zweites Stockwerk fertig­gestellt war. Darauf wurde eine behelfsmäßige hölzerne Aussichtsplattform gesetzt.  Später wurde der Turm zum Hinden­burgturm umbenannt, wie er heute noch heißt.

Mit dem Ausbruch des ersten Weltkriegs und danach waren Finan­zierungen zum weite­ren Aufbau nicht mehr zu erreichen. So blieb der etwa 22 Meter hohe Be­helfsbau fast 50 Jahre lang so stehen. Nach Einstellung der wirtschaftlichen Nutzung des Bergplateaus war Wald entstanden, der schließlich den Turm überragte.

Es wurde eine Erhöhung des Turms in Angriff genommen, die Dank des Engagements vieler hundert Bürger und der Städte und Gemeinden, bis hin zur Bezirksregierung, auch finanziert werden konnte. Von 1962 bis 1964 wurde der Turm auf etwa 30 Meter erhöht. Einige Jahre später musste der Turm zum Schutz vor Wind und Wetter noch verkleidet wer­den. So steht er heute noch auf dem Moritzberg und bietet den Besuchern einen Blick nach Nürnberg und in die Umgebung.

 

Erste Fertigstellung 1913

 

Klaus-Peter Kreuzer, Verschönerungsverein Moritzberg